Schnelsen 88

 
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Hier muss sich etwas verändern

Im Hinblick auf diesen B-Plan gibt es aus unserer Sicht mehrere wesentliche Aspekte,
die eine Umsetzung wie vorgesehen unmöglich machen und zwar aus baurechtlichen und städtebaulichen Gründen,
aus Gründen im Hinblick der Integration / therapeutischer Unterstützung des Bewohnerspektrums, sowie
aus Gründen der sozialen Strukturprobleme/Zentrumsentwicklung in Burgwedel.

Wir haben
unser bisheriges "Pavillondorf als Unterkunfts- und Integrationsort für Flüchtlinge in 20 Jahren
immer positiv beurteilt, unterstützt ja schätzen gelernt haben.

Ursprünglich war das Pavillondorf rund 15 Jahre mit Flüchtlingsfamilien und alleinstehenden Flüchtlingen belegt.
Das Miteinander, die Integration und die Betreuung durch Ehrenamtliche und den Betreiber funktionierten rückblickend immer gut.

Seit knapp 4-5 Jahren wurde mit zurückgehenden Flüchtlingszahlen, aber am Beginn des neuerlichen Anstiegs,
das Dorf mit alleinstehenden, wohnungslosen Männern und später auch Frauen belegt. Da diese Menschen
z.T. nicht nur das Problem der Wohnungslosigkeit haben, sondern auch Probleme im Bereich von Sucht beginnend
mit Alkoholabhängigkeit etc. haben, benötigen diese Menschen sehr intensive Betreuung, um wieder Fuß zu fassen und um ein evtl. Suchtproblem nachhaltig zu lösen.
Leider gelingt dies auch derzeit nicht so gut, die entsprechenden Folgeerscheinungen wirken sich auf den Stadtteil, insbesondere auf den Bereich des Roman-Zeller-Platzes negativ aus.

Soweit die Ist-Situation, die als nicht förderlich für die Stadtteil und Zentrumsentwicklung von Burgwedel anzusehen ist, sondern leider das Gegenteil darstellt.
Und nun sollen auf dem bisherigen Pavilllondorfareal 150 (!) fünf(!)-geschossige Bauten entstehen,
die dann mit 500 bis 600 Bewohnern des oben genannten Personenkreises belegt werden sollen.
Das wird den wohnungslosen Menschen im Hinblick auf Integration, sonstige Probleme und Wiedereingliederung nicht gerecht. Das kann so nicht gelingen und ist aus sozialer und auch Stadtteilentwicklungs-Sicht kontraproduktiv.

Zu den Größenordnungen. Im Neubaugebiet der 90er Jahre sind 1750 Wohneinheiten entstanden, die von ca.5000 Bürgern bewohnt werden.)
In Stichpunkten weitere Gründe, die aus baurechtlichen und städtebaulichen Gründen, die geplante Realisierung
eigentlich von selbst in Frage stellen und sogar verbieten würden:

Schnelsen 88 konterkariert die gesamte Begründung für den bestehenden B-Plan Schnelsen 12: In der Begründung zu Schnelsen 12 ist die in Rede stehende Fläche als Ausgelichsfläche für die Bebauung in Burgwedel mit den B-Plänen Schnelsen 12, 14, 33 und 72 ausdrücklich genannt

Der aktuelle B-Plan Schnelsen 12 weist das Areal als Grünfläche mit den Nutzungsarten Parkanlage und Kleingarten, sowie in Teilbereichen als P+R-Fläche aus
das Pavillondorf ist mit einer jeweils 5-jährigen Ausnahmegenehmigung errichtet, die seit 1993 immer wieder verlängert worden ist

der Nachbargemeinde Ellerbek und den Schnelsener Bürgern wurde vom Senat und vom Bezirksamt Eimsbüttel bei Errichtung des Dorfes ein Rückbau und die Überführung in die vorgesehene Nutzung als Grünfläche versprochen
dieses Versprechen hat Frau Dr. Nümann-Seidewinkel in ihrer Funktion als Bezirksamtsleiterin der Gemeinde Ellerbek schriftlich gegeben
weitere entsprechende Zusagen hat auch ihr Nachfolger Herr Mantell gegeben.
die 5-geschossige Bebauung unmittelbar an der Stadtgrenze widerspricht den Regeln der Bebauung an der Stadtgrenze
die Fläche des P+R-Platzes wird im Zuge des AKN-Ausbaus zur S 21 unbedingt benötigt, um mehr Pendler weg von der Straße auf die Schiene zu bringen
die geplante Bebauung mit ihrer Erschließungsstraße grenzt unmittelbar und so dicht an die AKN-Trasse, so dass eine später einmal erforderliche Tieferlegung der Bahn zum kreuzungsfreien Ausbau zumindest stark erschwert und erheblich verteuert würde.

die geplante Bebauung ist mit 5 Geschossen erheblich zu massiv und überragt zumeist sogar die Zentrumsbauten am Roman-Zeller-Platz. Das ist stadtplanerisch ein Grauen
es sind für Bewohner praktisch keinerlei Parkplätze vorgesehen; was ist, wenn die Wohnungen später einmal zu "normale" Wohnungen umgewidmet werden? Wo sollen die Autos unterkommen? Und wer garantiert eine ausreichende Feuerwehrzufahrt, wenn durch Stellplatzmangel alles zu geparkt ist...

Zusammenfassend ist der Plan mit sehr heißer Nadel gestrickt und als engagierter Bürger fühle ich mich mehr als verschaukelt, wie hier vorgegangen wird, wie Versprechen vom Tisch gewischt und gebrochen werden, wie wenig eine vernünftige Betreuung und Integration des angedachten Personenkreises wert zu sein scheint und den betriebswirtschaftlichen Überlegungen des Betreibers geopfert wird...

Kurzum wir sind außerordentlich enttäuscht.

Wir möchten Sie auffordern, unsere Einwendungen mit aufzunehmen
und bitten um ihre Unterstützung, hier in Burgwedel keinen unausgereiften Plan umzusetzen und dauerhaft
großen Schaden anzurichten.

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St_Schnelsen