Nachverdichtung in Hamburg

 
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Hier muss sich etwas verändern

Bei allem Verständnis für die Nachverdichtungsideen des Bezirkes, bitte ich Sie zu bedenken, dass zum einen auch durch den demografischen Wandel zukünftig eine Vielzahl von Wohnflächen und Wohnungen zur Verfügung stehen werden, die heute noch genutzt werden. Ein umsichtiger Umgang mit Freiflächen ist sinnvoller als ein Verdichtungswahn, der später von nachfolgenden Generationen in Frage gestellt und Gebäude ggf. wieder abgerissen bzw. nicht genutzt werden.

Auch die Idee, dass wir zukünftig weniger Autos in Hamburg haben werden ist ebenfalls vor dem Hintergrund zu hinterfragen, dass die Autoindustrie einer der größten Wirtschaftsfaktoren in Deutschland ist. Schon aus diesem Grund sollten bei der Genehmigung von Bauflächen eine entsprechende Anzahl von Autostellplätzen verpflichtend sein.

Und nicht zuletzt werden zukünftig Grünflächen als Naherholungsgebiete im innerstädtischen Raum immer wichtiger werden. Perspektivisch werden durch den finanziellen Wandel der Gesellschaft, wo ganze Generationen eine aufgrund der veränderten Lebens- und Arbeitsverhältnisse ganz andere Altersvorsorge haben, immer mehr Menschen nicht in der Lage sein sich einen (Auslands-)Urlaub zu leisten. Umso wichtiger ist es in den einzelnen Vierteln die Naherholungsoasen zu belassen.

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Baulücken zu schliessen und niedrige Bauhöhen anzupassen hat mit Wahn nichts zu tun. Die Stadt verändert sich - und das ist gut so. Mehr Menschen pro Quadratkilometer machen eine Stadt nicht weniger lebenswert - im Gegenteil. Eine attraktive Infrastruktur braucht auch Menschen, die sie nutzen. Nur so lohnen sich U-Bahnen, Supermärkte oder Freizeitangebote wie z.B. attraktive Parks. Um die Zukunft der Mobilitätsindustrie mache ich mir keine Sorgen. Nahezu alle Automobilkonzerne haben sich auf die Zukunft bereits eingestellt und entwicklen sich bereits seit Jahren zu Mobilitätsdienstleistern. Die wirtschaftliche Bedeutung der Automobilindustrie für Eimsbüttel bzw. die Metropolregion ist eher gering. 2040 wird eher von einem Europa der Regionen bzw. Städte geprägt sein, weniger von der Idee des flächigen Nationalstaats. Heisst: Für die Regionen Stuttgart und München ist der Wirtschaftsfaktor Auto enorm, für Hamburg spielen andere Wirtschaftsbereiche eine grössere Rolle. Ich teile Ihre Ansicht, dass Naherholungsoasen wichtig sind und bin sehr dafür, dass wir viele davon erhalten. Allerdings müssen wir die Nutzung der kostbaren Fläche zeitgemässer machen. Privat genutzte öffentliche Flächen (=Kleingärten) stehen der Allgemeinheit nicht zur Verfügung und werden verhältnismässig wenig genutzt. Hier können neue Gartenformen und -grössen eine Antwort sein und mehr grünen Platz für öffentliche Parks entstehen. Darüber hinaus möchte ich auch betonen, dass auch Kultur einen Erholungsfaktor hat. Ein Konzert in der Elbphilharmonie, ein Besuch in der Kunsthalle, ein Kinofilm im Abaton - diese Erholungen sind jedoch nur dann möglich, wenn viele Menschen sie auch nutzen können und idealerweise "um die Ecke" wohnen.

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Verdichtung mit fast schon größenwahnsinnigem Ausmaß hat aus meiner Sicht sehr wohl etwas mit der Einschränkung der Lebensqualität zu tun. Durch immer höhere Gebäude entstehen enorme Rückschallflächen und belasten somit nochmals die Stadtteile mit bereits stark ausgeprägtem Fluglärm. Die versiegelten Flächen sind klimatechnisch gesehen auch katastrophal. Hitzestaus entstehen und können durch fehlende Bäume und Grünflächen nicht kompensiert werden. Viele Feuchtwiesen in Lokstedt, die u. a. für den Hochwasserschutz wichtig waren, wurden kurzfristig planiert und aufgeschüttet, um hier schnell und "günstig" Wohnraum für Geflüchtete zu schaffen. Diese Auen sind nun für immer verloren und können das gesamte Stadtklima nicht mehr positiv unterstützen. Da andere Flächen ausschließlich dem Wohnungsbau zugeführt werden, sind kulturelle Einrichtungen in näherer Umgebung ebenfalls nicht vorhanden. Lediglich Begegnungsräume auf den Flächen der Flüchtlingsunterkünfte werden berücksichtigt. Schade, dass man für wirklich bereichernde kulturelle Veranstaltungen weit fahren muss. Und das Geld für die Eintrittskarten muss ebenfalls vorhanden sein. Erholung in der Natur ist bei dieser Fehlentwicklung bald schon gar nicht mehr möglich.