
In Hamburg gehen mehr Menschen zum Freitagsgebet als Sonntags in den Gottesdienst. Die jungen Islamischen Gemeinden beten in Hinterhöfen und Kellern und haben dringenden Platzbedarf. Dies wird in der Studie „Moscheen und Gebetsräume in Hamburg“ von Marion Koch und Joachim Reinig aufgezeigt (http://www.plan-r.net/files/Moscheen-und-Gebetsraeume-in-Hamburg.pdf). Seit dem Erscheinen der Studie 2013 hat sich die Situation nicht verbessert. Dabei verspricht der Vertrag der FHH mit den islamischen Verbänden von 2012 Unterstützung bei der Ausweisung und Vergabe von Grundstücken.
Als dringendste Bedarfe werden u.a. in der Studie genannt:
1. Eine Stadtteilmoschee für Altona. Dies ist objektiv am relevantesten. Altona ist ein Stadtteil mit relativ hohem muslimischem Bevölkerungsanteil. Es gibt derzeit nur eine Moschee (VIKZ in Ottensen). Nobistor gehört zwar verwaltungsmäßig (gerade noch) zu Altona, räumlich eher zu St. Pauli. An der anderen Seite ist die nächste Moschee erst Eidelstedt. Hier ist dringender Handlungsbedarf. Optimal wäre ein Standort in der Neuen Mitte Altona, z.B. am aufzugebenden Lessingtunnel.
2. Eine Stadtteilmoschee mit zentraler Funktion für die afrikanischen Muslime. Es gibt drei Moscheen (Rahma, Ansar-ul-Deen, Nasrul-Faida) mit diesem Hintergrunde, die aber alle räumlich sehr schlecht und beengt sind.
3. Eine Stadtteilmoschee mit zentraler Funktion für DITIB. Am Borstelmannsweg lohnt aufgrund schlechter Bausubstanz keine Renovierung. Größe und Lage des Grundstückes wären für einen Neubau sehr gut, es steht aber der bestehende B-Plan im Wege.
4. Eine Stadtteilmoschee mit zentraler Funktion für Marokkaner. Diese Gruppe ist in den letzten Jahren sehr gewachsen, verfügt aber derzeit über keine eigenen Moscheeräume. Es ist eine aufgrund zunehmender Größe wichtige Gruppe, die in einer funktionierenden Gemeinde gebunden und integriert werden muss.
5. Räumlich von der Größe nicht ausreichend sind die Stadtteilmoscheen in Eidelstedt und Steilshoop. Diese haben ein großes Einzugsgebiet (der gesamte Nordwesten von Lurup bis Schnelsen bzw. der Nordosten von Fuhlsbüttel bis Poppenbüttel).
6. In einem baulich unzumutbaren Zustand ist schließlich die Moschee schiitischer Libanesen in Veddel/Wilhelmsburg. Dies ist auch eine in letzter Zeit gewachsene Gemeinde mit erheblicher Aktivitätsausweitung.
Diese Bedarfe sollten in der städtebaulichen Planung Berücksichtigung finden.
Die Gemeinden sind nicht daran interessiert, leerstehende Kirchengebäude zu übernehmen. Wenn jedoch städtische Grundstücke von Kirchengemeinden an die Stadt zurückgegeben werden, sollte geprüft werden, ob die Standorte nicht für den Neubau von Stadtteilmoscheen in Frage kommen.
Für den Bezirk Eimsbüttel kommen aus der o.g. Liste folgende die Gemeinden in Frage: 5., 4., 2.
Joachim Reinig
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